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Montag, 2. Juli 2012 12:24 Leipzig

Streit um Song-Gebühren: Leipziger Diskotheken drehen Musik ab!

Am vergangenen Samstag staunten viele Leipziger Clubgänger nicht schlecht: Genau um 23:55 Uhr schalteten viele Diskotheken in Leipzig für fünf Minuten die Musik ab. Hintergrund ist ein Gebührenstreit mit der GEMA. +++

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Laut einer geplanten Reform will die GEMA in Zukunft zehn Prozent der Eintrittsgelder der jeweiligen Diskotheken. Deutschlandweit laufen die Clubbetreiber gegen das Konzept Sturm.

"Das ist für uns nicht zu stemmen. Die kompletten Einnahmen aus den Eintrittsgeldern werden für die Personalkosten wie Service oder Security eingesetzt. Wir als Club verdienen daran gar nichts. Das versteht die GEMA aber nicht. Und uns diese Einnahmen mit ihrer Reform nun noch zu beschneiden, das geht nicht.", so Sebastian Seifert, Geschäftsführer des Leipziger Clubs L1.

Momentan zahlen Diskotheken in Deutschland einen fixen, jährlichen Beitrag an die Verwertungsgesellschaft GEMA. Mit der nun geplanten Reform würden die Ausgaben für die Musikrechte für die Clubbetreiber steigen. "Das Problem ist, dass wir bereits doppelt zahlen. Einmal an die GEMA direkt und dann zahlen wir unseren DJs ja auch eine Gage, in der die GEMA-Gebühren, die die DJs zahlen müssen, schon enthalten ist.", so Seifert weiter.

Nicht für alle Clubs in Leipzig ist die GEMA-Reform existenzbedrohend, aber dennoch ein ernstzunehmendes Problem: "Laut unseren Rechnungen drohen uns mit der neuen Regelung nur geringfügig erhöhte Kosten.", so Torsten Reitler von der Leipziger Moritzbastei. "Uns bereitet allerdings viel mehr der Punkt Kopfzerbrechen, dass wir bei einem Diskobetrieb von mehr als fünf Stunden noch einmal unseren Pauschalbetrag leisten müssten. Diese Planung der GEMA werden wir ganz genau beobachten.", so Reitler weiter.

Mit der Abschalt-Aktion am Samstag wollten die Clubs auf die Problematik weiter aufmerksam machen. Denn sollte die Reform greifen, droht vielen Diskos in Deutschland das Aus. "Durch die doch recht schwammige Formulierung der GEMA sind alle Clubs ziemlich unsicher. Wenn die Reform aber in dieser Form kommt, dann droht nicht nur Leipzig, sondern auch ganz Deutschland das Diskosterben. Viele Clubs werden finanziell einfach hinter runter fallen", so Anja Schmidt von der Betreibergesellschaft der Leipziger Diskothek "TwentyOne"

Viele Clubbetreiber wünschen sich trotz der Aktion vom Samstag weiter Hilfe von außen: "Wir hoffen, dass die Stadt und die zuständigen Verbände wie die DEHOGA oder die IHK in Leipzig reagieren. Denn wenn die Clubs dicht machen, würden Ihnen ja auch Steuergelder fehlen, die wir als Diskobetreiber an die Stadt zahlen.", beschließt L1-Geschäftsführer Sebastian Seifert seine Sorgen.

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